Von Sabine Reichardt, 2. Vorsitzende

KampfhundsteuerMit großer Mehrheit hat der Goslarer Rat am Dienstag, 12. Mai, für eine neue Hundesteuer-Satzung gestimmt. Trotz massiver Kritik behält diese Satzung eine Liste von bestimmten (Kampf-)Hunderassen, die von vornherein als gefährlich gelten. Das bedeutet: Halter jener gelisteten Hunderassen müssen nun entweder durch einen teuren Wesenstest selbst die Ungefährlichkeit ihre Hunde nachweisen, oder aber den erhöhten Steuersatz stillschweigend akzeptieren.

In einem Gespräch zwischen Ralf Domroes (1. Vorsitzender des Tierschutzvereins), Sabine Reichardt (2. Vorsitzende) und Oberbürgermeister Dr. Oliver Junk haben wir zuvor versucht, die Stadtoberen von der Unsinnigkeit dieses Steuervorhaben zu überzeugen. Als Argumente für die höhere Besteuerung auf Basis der Rassenliste wurden uns vom Oberbürgermeister sowie von Vertretern der Stadt u.a. folgende Argumente genannt: Goslars Straßen sollen nicht von so genenannten Kampfhunden überschwemmt werden, was durch höhere Steuern gesteuert werden kann; Beißvorfälle sollen verhindert werden; Goslars Bürger haben Angst vor diesen Rassen - dem soll Rechnung getragen werden.

Der Tierschutzverein hält dagegen: es ist logisch nachvollziehbar und auch beweisbar, dass kein Hund einer bestimmten Hunderasse von seiner Geburt an gefährlich veranlagt ist. Der Umgang des Hundehalters mit diesem Hund (jeglicher Rasse) ist entscheidend dafür, wie sich das Tier verhält und ob eine Gefahr von ihm ausgeht.

Wir fragen daher: wie können höhere Hundesteuern Beißvorfälle verhindern - beißt ein Hund deswegen nicht mehr, weil für ihn höhere Steuern gezahlt werden? Reduziert sich durch die Steuer tatsächlich die Anzahl dieser "unerwünschten" Hunderassen? Haben die Goslarer Bürger jetzt weniger Angst vor diesen Tieren, fühlen Sie sich dank der höheren Steuer sicherer? Und woran erkennt man eigentlich, ob ein Listenhund seinen Wesenstest bestanden hat - durch eine weiße Fahne am Halsband?

Wir als Tierschutzverein sind sehr enttäuscht über die Form der Modifizierung der Hundesteuer-Satzung und die dahergebrachte Argumentation der Stadtväter. Andere Bundesländer haben die Listeneinteilung bei Hunden mit Recht abgeschafft, Goslar dagegen führt sie wieder ein - mit Argumenten, die am Thema definitiv vorbeiSTEUERN!

 

Im Namen des Tierschutzvereins Goslar und Umgebung e.V.
Sabine Reichardt, 2. Vorsitzende