Der Landestierschutzverband Niedersachsen e.V. teilt mit, dass es nach mehreren Gesprächen mit dem Ministerium in Hannover gelungen ist, dieses davon zu überzeugen, das Kastrationsprojekt für freilebende Hauskatzen vom 1. November bis 15. Dezember 2018 weiterzuführen. Tierschutzvereine und Privatpersonen können aufgefundene/zugelaufene freilebende (verwilderte) Hauskatzen, die sich keinem Besitzer zuordnen lassen, kostenlos von einem Tierarzt kastrieren lassen.

Deutscher Tierschutzbund Landestierschutzverband Niedersachsen e.V.

Das Land Niedersachsen fördert das Projekt erneut mit 200.000 Euro. Der Landestierschutzverband Niedersachsen sowie Dachverband werden den Betrag um je 15.000 Euro aufstocken.

Welche Hauskatzen dürfen mit den Fördermitteln kastriert werden?

Kastriert werden können freilebende Hauskatzen - ausgesetzte, zurückgelassene, entlaufene Hauskatzen -, die den Bezug zum Menschen verloren haben (verwilderte Hauskatzen). Bei den behandelnden Tierärzten ist eine Erklärung zu unterschreiben, dass die zu kastrierenden Tiere tatsächlich freilebende Hauskatzen sind.

Welche Tierarztkosten werden durch das Förderprogramm getragen?

Es werden die Kosten für die Kastration, den Transponder und für das Einsetzen des Transponders durch die Fördermittel abgedeckt. Weitere tierärztliche Behandlungen werden nicht übernommen. Die Tierärzte rechnen nach dem einfachen Satz der tierärztlichen Gebührenordnung ab und spenden je kastriertem Tier 25 Euro in den Fördertopf zurück.

Eine erforderliche unaufschiebbare tierärztliche Behandlung, die neben der Kastration erforderlich ist, geht zu Lasten der Gemeinde, in der das Tier aufgefunden worden ist bzw. unterliegen ggf. einer vorliegenden vertraglichen Fundtiervereinbarung. Alle aufgefundenen Haustiere sind zunächst als Anscheinsfundsache zu behandeln.

Sind Privatpersonen, die freilebende Hauskatzen versorgen, auch Halter/Besitzer dieser Tiere?

Wer verwilderte und freilebende Katzen außerhalb des eigenen Hauses füttert, übernimmt keine Halter-/Betreuereigenschaften. Diese entstehen erst mit der Aufnahme des Tieres in den unmittelbaren Lebensmittelpunkt und der damit verbundenen Aufnahme in das eigene Wohnumfeld - also die Fütterung in der eigenen Wohnung, im eigenen Wohnungskeller, im eigenen Haus oder innerhalb von eigenen Nebengebäuden.

Wie läuft eine Kastration mit dem Förderprogramm ab?

Tierschutzvereine und betroffene Bürger/innen melden sich bei einem Tierarzt an und zeigen die Kastration einer oder mehrerer freilebender Hauskatzen an. Der Tierarzt meldet dann die entsprechende Anzahl der zu kastrierenden Katzen bei der Tierärztekammer an und erhält eine Bestätigung, dass er die angemeldeten Tiere nach Abschluss der Kastration mit der Tierärztekammer abrechnen kann.

Bitte beachten: die Teilnahme der Tierärzte ist freiwillig. Klären Sie vor Beginn der Kastrationsaktion, welche Tierärzte in Ihrem Einzugsgebiet teilnehmen.

Was passiert mit den Katzen nach der Kastration?

Die Tiere werden nach der Kastration wieder durch den Tierschutzverein oder der/dem Bürger*in wieder im Empfang genommen und die Tiere weiter beobachtet. Wenn die Katzen den Eingriff gut überstanden haben können diese dann wieder am Einfangort ausgesetzt werden, sofern die Nachversorgung der Katzen vor Ort gesichert ist. Sollte sich während der Beobachtung der Katzen nach der Kastration herausstellen, dass das Verhalten der Katzen eine Vermittlung zulässt, können die Tiere in die Vermittlung des Vereines übernommen werden.

Der Tierschutzverein registriert außerdem die kastrierten Tiere im Haustierregister des Deutschen Tierschutzbundes FINDEFIX. Als Halter wird hier die entsprechende Gemeinde aufgeführt in der die Hauskatze zur Kastration aufgefunden wurde. Als Kontaktdaten werden die Daten des Tierschutzvereines eigetragen.

Wer verwaltet die Fördermittel?

Die gesamten Fördermittel werden durch die Tierärztekammer in Niedersachsen verwaltet. Auf der Homepage der Tierärztekammer wird ein Fördermittelrechner eingerichtet um nachzuhalten, wieviel Fördermittel bereits abgerufen wurden. Die Tierärzte rechnen direkt mit der Tierärztekammer ab. Es erfolgt keine Rechnungsstellung gegenüber dem Tierschutzverein oder der/dem Bürger/in.