Der Deutsche Tierschutzbund hat die Versuchstierzahlen für 2017 veröffentlicht. Demnach bleibt der Verbrauch von Tieren zu wissenschaftlichen Zwecken auf einem konstant hohen Level: insgesamt 2.807.297 Tiere kamen in Tierversuchen zum Einsatz.

Deutscher Tierschutzbund e.V.

Dabei wurden vor allem Nager (79 Prozent) und Fische (7 Prozent) verwendet, aber auch 3.330 Hunde und 718 Katzen. Besonders erschreckend: Die Zahl der Affen stieg um 43 Prozent auf 3.472, darunter erstmals genetisch veränderte Tiere.

Die Zahlen hat der Deutsche Tierschutzbund auf Anfrage vom zuständigen Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) erhalten und nach Bundesländern aufgeschlüsselt. Demnach ist wie schon in den Jahren zuvor Baden-Württemberg mit 466.595 Tieren trauriger Spitzenreiter im „Verbrauch“ an Tieren zu wissenschaftlichen Zwecken. Es folgen Nordrhein-Westfalen mit 450.832 und Bayern mit 447.629 Tieren. Niedersachsen liegt mit 231.147 Tieren im Mittelfeld.

Statt die Zahl der Tiere in Versuchen zu reduzieren, haben sieben Bundesländer sogar noch zugelegt: Bayern, Bremen, Hamburg, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein verbrauchten 2017 mehr Tiere als im Jahr davor.

„Millionen Tiere leiden weiterhin im Namen der Wissenschaft, obwohl dies – etwa durch eine verstärkte Förderung und Anwendung tierversuchsfreier Methoden – in vielen Fällen vermeidbar wäre“, kritisiert Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Die Bundesländer sollten sich endlich für eine konkrete Strategie zum Ausstieg aus Tierversuchen stark machen und entsprechend Druck auf die Bundesregierung ausüben.“

Zur Erinnerung: CDU/CSU und SPD hatten in ihrem Koalitionsvertrag das langfristige Ziel festgehalten, Tierversuche komplett zu ersetzen.