Hunde müssen generell gechipt, registriert und hundehaftpflichtversichert sein; seit nunmehr einem Jahr besteht im Stadtgebiet von Goslar für alle freilaufenden Katzen die Kastrations-, Chip- und Registrierungspflicht. Hat diese sinnvolle Verordnung etwas verändert? Werden jetzt mehr Katzen gechipt und kastriert?

Von Sabine Reichardt
2. Vorsitzende des Tierschutzvereins Goslar und Umgebung e. V.

Hintergrund der Katzenkastrations- und Kennzeichnungspflicht seit 1. Juli 2018 in Goslar ist die stetig steigende Zahl herrenloser und verwilderter Katzen. Unkastrierte Katzen können sich zwei- bis dreimal im Jahr fortpflanzen, pro Wurf werden drei bis fünf Junge geboren. Das Schicksal dieser Tiere ist ungewiss, nicht selten gehen diese Tiere mangels Futter und Pflege leidvoll ein. Mit der Verordnung soll dem gegengesteuert werden.

Genaue Zahlen können wir nicht nennen, aber die neue Verpflichtung hat in Goslar tatsächlich etwas bewegt. Viele Katzenbesitzer haben darüber nachgedacht und die Verordnung umgesetzt. Das erfuhren wir aus Gesprächen, und auch im Tierheim fällt auf, dass Fundkatzen aus dem Bereich Goslar zahlreicher gechipt und registriert sind und daher der Besitzernachweis erleichtert wird.

Antrag in Seesen

Die Chip- und Registrierungspflicht für Katzen besteht derzeit in Goslar und Bad Harzburg. Im Tierheim stellen wir fest, dass viele wilde ungechipte und unkastrierte Katzen vor allem im Stadtgebiet Seesen aufgegriffen werden. Daher haben Tierheimleiter Frank Dörge und 2. Vorsitzende Sabine Reichardt eine entsprechende Kennzeichnungs- und Kastrationsverpflichtung für freilaufende Katzen auch für die Stadt Seesen angeregt. Nach einem Telefonat mit dem stellvertretenden Bürgermeister Uwe Zimmermann haben wir einen Antrag an die Stadt Seesen gerichtet, eine Entscheidung stand bis Anfang Juni 2019 jedoch noch aus. Der Antrag muss zunächst in einer Ausschusssitzung besprochen werden, um dann in den dortigen Rat eingebracht werden zu können. Wir hoffen, dass die Stadt Seesen die Verpflichtung in die dortige Kommunalverordnung aufnimmt.

Probleme mit ungechipten Tieren

Bei aufgefundenen Hunden oder Katzen, die nicht gechipt oder zwar gechipt, jedoch nicht registriert sind, kommt es nach der Aufnahme im Tierheim immer wieder zu Unstimmigkeiten, wenn unser Team ein nicht gekennzeichnetes Tier nicht an den mutmaßlichen Eigentümer herausgeben kann. Denn dafür ist ein eindeutiger Eigentumsnachweis erforderlich, beispielsweise der Impfausweis mit der Chipnummer des Tieres. Für die schnelle Rückführung des Tieres an den Eigentümer ist die Registrierung der Chipnummer bei TASSO oder FINDEFIX daher Voraussetzung.

Es liegt also im Interesse eines jeden Hunde- und Katzenbesitzers, sein Tier kennzeichnen und – wichtig! –auch registrieren zu lassen. Unabhängig davon, dass ein vorsätzlicher oder fahrlässiger Verstoß gegen diese Verordnung eine Ordnungswidrigkeit darstellt, die mit einer Geldbuße geahndet werden darf.

 

ARKO 3Dieser Artikel erschien erstmals in ARKO, dem Magazin unseres Tierschutzvereins, Ausgabe 13, August 2019.